Faktencheck zur These „Umgehung Neunkirchen bringt nichts“
Gegner behaupten, dass die Umgehung nicht bringen würde und referenzieren hierzu Gutachten. (siehe hier)
Die KI sagt dazu:
Die Argumentation der Gegner ist wissenschaftlich unsauber, weil sie Durchschnittswerte, falsche Kategorien und alte oder unpassende Befunde auf Neunkirchen überträgt.
Vor Ort zählt, was die Verkehrsmessungen und Planungsunterlagen zeigen – und die sprechen klar für eine deutliche Entlastung des Altorts.
Die These „Bringt gar nichts“ ist wissenschaftlich nicht haltbar:
Die Gutachten sind seriös, aber die Schlussfolgerung der Gegner ist es nicht.
Quellangabe: https://chatgpt.com/share/693c1bda-d3c0-8011-a61b-ca1c3b64c843
1) BMVBW-Studie 2003 („Modul D“ – städtebauliche Bedeutung)
Was drinsteht:
Die Bundesstudie bewertet rund 1.300 Projekte des BVWP 2003 städtebaulich – nicht verkehrlich.
„Geringe Bedeutung“ heißt nicht, dass eine Straße nichts bringt, sondern dass das Projekt keine großen städtebaulichen Entwicklungsimpulse auslöst (z. B. für Quartiersumbau, Gewerbeentwicklung, Stadtraumentwicklung).
Warum Gegner das falsch verwenden:
- Städtebauliche Bedeutung ≠ Verkehrsentlastung
- Die Bewertung sagt nichts darüber, ob der Verkehr und die Belastungen sinken
- Ortsumfahrungen von Kleinstädten bekommen dort systematisch keine hohen Punkte, weil dort selten “städtebauliche Megaprojekte” entstehen
Relevanz für Neunkirchen:
Gering. Neunkirchen braucht die Umgehung wegen Lärm, Sicherheit, Trennwirkung und Engstellen – nicht wegen städtebaulicher Großimpulse.
2) BASt / Heusch-Boesefeldt (1997/2011) – Verkehrssicherheit an Ortsumgehungen
Was drinsteht:
- Innerorts sinken Unfälle und Verletzte deutlich nach Eröffnung einer Umgehung.
- Auf neuen außerörtlichen Trassen kann es zu einzelnen schweren Unfällen kommen – typisch für Straßen außerorts, nicht spezifisch für Umgehungen.
Warum Gegner das verkürzt wiedergeben:
Sie tun so, als würde die Umgehung “mehr Unfälle” verursachen.
Tatsächlich zeigt die Forschung zweierlei:
- Innerorts wird es nachweislich sicherer.
- Die neue Straße hat ein anderes Unfallprofil (höhere Geschwindigkeit → potenziell schwerere Unfälle), aber insgesamt bleibt die Verkehrssicherheit in Summe stabil oder verbessert sich.
Relevanz für Neunkirchen:
- Weniger Durchgangsverkehr durch den engen Altort → massive Sicherheitsgewinne für Fußgänger, Radler, Kinder.
- Auf der Umgehung gelten klare Standards (Trennung, Kurvenradien, Sichtweiten). Moderne Planung reduziert das Risiko schwerer Unfälle stark.
3) Schneewolf et al. (2000) – Wie viel Durchgangsverkehr haben Kleinstädte?
Was drinsteht:
Die Studie weist darauf hin, dass in manchen Kleinstädten der Durchgangsverkehr nur 4–34 % ausmacht – mit entsprechend geringeren Entlastungseffekten.
Warum das nicht übertragbar ist:
- Werte schwanken extrem je nach Ortslage, Netzfunktion, Pendler- und Gewerbelast.
- Die Untersuchung stammt aus 2000 – vor 25 Jahren, also vor Navi-Apps, Pendlerzuwächsen, wachsendem Wirtschaftsverkehr und modernen Netzplanungen.
Entscheidend: Nur ein lokales Verkehrsgutachten kann sagen, wie hoch der Anteil in Neunkirchen ist.
Und für Neunkirchen zeigen die letzten Messungen: Der überörtliche Verkehr ist erheblich – insbesondere Berufs- und Auspendelverkehr Richtung Erlangen und Forchheim.
4) Induzierter Verkehr (Wissenschaftliche Dienste 2021 / Goodwin 1995)
Was drinsteht:
Induzierter Verkehr ist real – aber er tritt vor allem bei großen Autobahnausbauten und Metropolregionen auf.
Wichtig:
- Ortsumgehungen erzeugen kaum zusätzlichen Verkehr, weil sie keine neue Relation schaffen.
- Sie verlagern Verkehr nur von der Wohnstraße auf die dafür gebaute Trasse.
Warum Gegner das überziehen:
Das Argument „mehr Straße = noch mehr Verkehr“ stimmt bei Autobahnen oft, nicht aber bei Ortsumfahrungen.
Die Bundesforschungsanstalt (BASt) betont selbst:
Induzierter Verkehr bei Ortsumfahrungen ist “gering bis vernachlässigbar”, weil man nicht schneller eine neue Region erreicht – man fährt nur woanders durch den Ort.
Relevanz für Neunkirchen:
- Die Relation Erlangen–Forchheim bleibt dieselbe.
- Der Verkehr bleibt derselbe – er fährt nicht mehr durch den Altort, sondern über die Umgehung.
- Induzierter Verkehr ist hier kein belastbares Gegenargument.
Gesamtbewertung: „Bringt gar nichts“ ist wissenschaftlich nicht haltbar
Die Gutachten sind seriös, aber die Schlussfolgerung der Gegner ist es nicht.
Was die Studien nicht sagen:
- „Ortsumgehungen entlasten nicht.“
- „Durchgangsverkehr bleibt gleich im Ort.“
- „Umgehungen verschlechtern die Sicherheit.“
- „Induzierter Verkehr macht Ortsumfahrungen nutzlos.“
Was sie tatsächlich sagen:
- Großteil der städtebaulichen Effekte ist gering (klar bei kleinem Ort).
- Sicherheit innerorts verbessert sich stark.
- Außerorts treten typische Landstraßenunfälle auf – aber insgesamt wird es sicherer.
- Induzierter Verkehr ist relevant bei Autobahnen, nicht bei Ortsumfahrungen.
- Entlastung hängt vom konkreten Ort ab, nicht von Durchschnittswerten anderer Orte.
